Babygebärden-Kurse und mehr – ein Ausblick

Ein neues Jahr, sogar ein neues Jahrzehnt ist angebrochen. Und Binilingo steht in den Startlöchern, um mit einem reichhaltigen Babygebärden-Angebot loszulegen. Wenn du gelesen hast, warum du unbedingt mit deinen Kindern Gebärden lernen solltest, willst du jetzt wahrscheinlich noch wissen, was Babygebärden überhaupt sind und wie du sie lernen kannst. Kurz gesagt: Mit mir! Babygebärden-Kurse und vieles mehr plane ich für dich umzusetzen. Aber lies doch einfach weiter und freu dich auf alles, was dich mit Binilingo erwartet. Ich bin schon ganz kribbelig, endlich zu starten.

Babygebärden

Doch zunächst möchte ich erstmal aufklären, was Babygebärden überhaupt sind.

 

Was sind Babygebärden?

Vielleicht hast du einen der Begriffe Babygebärden, Babyzeichen, Babyhandzeichen, Kindergebärden oder einen ähnlichen schonmal gehört. Sie alle stehen für das Gleiche: Handzeichen für Kinder, um sie darin zu unterstützen, sich ihren Eltern und Bezugspersonen besser mitteilen zu können, bevor sie richtig sprechen können. 

Ich werde für diese Art der nonverbalen Kommunikation hauptsächlich den Begriff Babygebärden benutzen. Mit etwa einem Jahr sind Kinder zwar keine Babys mehr, sondern Kleinkinder, deswegen ist der Begriff Babygebärden etwas irreführend. Ich denke aber, dass er für diesen Kontext trotzdem angemessen ist, da man bestenfalls im Babyalter schon beginnt, Handzeichen einzuführen. 

Auf binilingo.de richte ich mich in erster Linie an Eltern mit hörenden Kindern zwischen 6-8 Monaten und 3 Jahren. 

Babygebärden für hörende Kinder zwischen 6 Monaten und 3 Jahren

Mit 6 – 8 Monaten entsteht bei Kindern meist das erste Interesse für Gesten und ein Verständnis für Sprache. Die Hand-Augen-Koordination und somit die ganz natürliche Fähigkeit Gesten und Handzeichen zu verwenden, entwickelt sich. Erst mit etwa einem Jahr ist die Mundmotorik so weit entwickelt, dass Kinder beginnen können, sich verbal mitzuteilen. Mit etwa 3 Jahren ist bei den meisten Kindern die Lautsprache so weit entwickelt ist, dass sie sich umfassend darüber ausdrücken können. Gebärden werden dann für die alltägliche Kommunikation zunehmend uninteressant. 

Doch bis dahin können Kinder die Feinmotorik der Hände nutzen, um mit Babygebärden zu kommunizieren. Babygebärden tragen dazu bei, dass wir die Bedürfnisse und Gedanken des Kindes besser verstehen. Und ein Kind, das verstanden wird, gerät in weniger frustrierende Situationen. Du kennst vermutlich diese Momente, wenn dein Kind untröstlich ist und nichts, was du ihm anbietest, hilft, oder? Wenn dein Kind sich durch Gebärden besser mitteilen kann, können diese Situationen reduziert werden. 

Entgegen hartnäckiger Vorurteile gegen Babygebärden stehen diese der Sprachentwicklung nicht im Weg. Denn wir beschränken uns nicht nur auf das wortlose Zeigen der Gebärden, sondern nutzen diese immer begleitend zu unseren gesprochenen Worten. Wir sprechen also den Satz „Möchtest du etwas essen?“ deutlich aus, während wir die Gebärde für „essen“ zeigen. Das Kind kann das Gesagte also über 2 Kanäle aufnehmen und verstehen.

In unserem Fall war es so, dass unsere Kinder mit knapp einem Jahr die ersten Worte sprachen und ihr Wortschatz ab diesem Moment regelrecht explodierte. Wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Babygebärden die Sprachentwicklung fördern, gibt es leider (noch) nicht. Aber ich bin überzeugt davon, dass sie auf keinen Fall schaden und alles vereinen, was einer gesunden Sprachentwicklung zuträglich ist.

Und wenn du dir jetzt vorstellst, dass Babygebärden lernen, sich mit den Kindern hinsetzen und Vokabeln pauken bedeutet, liegst du daneben. Wir nutzen einfach die Alltagssituationen, die uns ohnehin begleiten. Egal, ob beim Spaziergang, beim Ausflug beim Anschauen von Bilderbüchern, beim Essen oder bei anderen Gelegenheiten: Wir bieten die Gebärden dann an, wenn es gerade zur Situation passt.

Die Kinder beobachten uns, verknüpfen die Handzeichen, die wir benutzen mit der Situation oder dem Gegenstand, den es gerade sieht und wird in den meisten Fällen die Gebärde nach einiger Zeit selbst benutzen.

Ich bin schon oft darauf gestoßen, dass angenommen wird, Babygebärden sind vereinfachte Gebärden. Teilweise werden Gebärden für Babys tatsächlich vereinfacht, um sie den motorischen Fähigkeiten der Kinder anzupassen. Normalerweise handelt es sich aber um unvereinfachte Gebärden, die aus der Deutschen Gebärdensprache (DGS) entnommen werden. Wir zeigen den Kindern also nicht irgendwelche frei erfundenen Zeichen, sondern die gleichen, wie sie auch gehörlose und hörgeschädigte Menschen verwenden.

Trotzdem kann es vorkommen, dass du manchmal unterschiedliche Gebärden für ein und dasselbe Wort siehst. Das liegt daran, dass es, wie bei anderen Sprachen auch, verschiedene Dialekte gibt. So unterscheiden sich Gebärden einerseits länderübergreifend, aber auch innerhalb eines Landes. Im Süden Deutschlands gebärdet man Wurst zum Beispiel, indem man den gestreckten Zeige- und Mittelfinger zum Ohr führt, während im Norden mit beiden Händen vor der Brust die Form einer Wurst angedeutet wird.

Je bildhafter Gebärden sind, umso leichter lassen sie sich merken und verstehen. Deshalb werden für Babygebärden oft diejenigen ausgewählt, die am leichtesten auf das dargestellte Wort schließen lassen. Bei unserer Wurst, würde ich also dazu tendieren, die norddeutsche Variante zu benutzen. 

Die DGS ist eine komplexe Sprache mit einer eigenen Grammatik, die durch Mimik, Körperhaltung und das Mundbild ausgedrückt wird. Babygebärden verzichten jedoch auf die Grammatik und beschränken sich auf einige insbesondere für Kinder nützliche Gebärden. Wir gebärden lediglich Schlüsselwörter, um die wesentliche Aussage eines Satzes visuell hervorzuheben. Also wenn wir fragen wollen: „Möchtest du etwas essen?“ Dann gebärden wir nur das Wort „essen“.

Auch wenn wir auf unvereinfachte Begriffe der Deutschen Gebärdensprache zurückgreifen, kann es vorkommen, dass wir für ein Wort unterschiedliche Gebärden sehen. Denn, wie bei anderen Sprachen, gibt es auch bei der Gebärdensprache unterschiedliche Ausdrucksformen.

Gelegentlich werde ich auch mal auf die Grammatik, Regeln und Besonderheiten der Deutschen Gebärdensprache eingehen, auch wenn sie nicht unbedingt zu den Babygebärden gehören. Ich finde sie aber total interessant und spannend.

Mein Herz hüpft, wenn ich daran denke, einmal gehörlosen Kindern Möglichkeiten für Kommunikation mit ihren Mitmenschen zu eröffnen

Mein Herz hüpft bei dem Gedanken, gehörlosen Kindern eines Tages helfen zu können, sich mit Gebärden mit ihren Mitmenschen auszutauschen. Erschreckenderweise musste ich nämlich feststellen, dass es nicht so selbstverständlich ist, wie ich dachte, dass Kinder Zugang zur Gebärdensprache erhalten. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Also lass uns jetzt mal in die Zukunft blicken und schauen, welche Pläne und Ideen ich für dich habe.

Ein Blick in die Zukunft mit Binilingo

Als allererstes sind da natürlich die schon im Titel erwähnten Babygebärden-Kurse.

Babygebärden-Kurse

Etwa im April/Mai 2020 soll es losgehen. Mein erster kleiner Babygebärden-Kurs wird starten. Klein, weil es zunächst nur um etwa 8-10 Gebärden gehen wird, die für den Alltag mit deinem Kind nützlich sind. Eine kleine Besonderheit wird sein, dass dieser Kurs online stattfindet. Das hat natürlich den Vorteil, dass du mitmachen kannst, ganz egal, wo du wohnst. Du kannst es dir also zu Hause bequem machen, dein Baby kann in Ruhe zu Hause schlafen oder einfach mit dabei sein. Und wenn dein Baby unruhig ist und du etwas verpasst, kannst du jederzeit nochmal die Aufzeichnung schauen. Alles ganz entspannt. 

Babygebärden-Erlebnisse

Doch es soll nicht nur bei Online-Babygebärden-Kursen bleiben. Lernen, egal was, geht am Besten durch Machen. 

Und deshalb wird es für Eltern und Kinder aus Hennef und Umgebung Babygebärden-Erlebnisse geben. Wir unternehmen etwas zusammen und lernen die passenden Gebärden dabei spielend leicht. Ich freu mich schon riesig darauf.

Individuelle Begleitung beim Lernen der Babygebärden

Mir ist es wichtig, dass du dich nicht nach dem Ende eines Babygebärden-Kurses damit allein gelassen fühlst. Oft ist es doch so, dass erst dann die Zeit beginnt, in der du die Gebärden immer wieder zu Hause anwendest und dein Kind sie Stück für Stück lernt.

Und dann entstehen neue Fragen. Vielleicht gebärdet dein Kind etwas und du kannst es nicht zuordnen, weil die Gebärden anfangs noch nicht genau so aussehen, wie wir sie unseren Kindern zeigen. Oder es entstehen immer wieder Situationen, in denen du eine Gebärde brauchst, die nicht Bestandteil des Kurses war.

Oder dein Kind zeigt seine erste Gebärde, du bist völlig aus dem Häuschen und möchtest deine Freude darüber unbedingt teilen.

All das wird möglich sein. Ich werde eine Community aufbauen, in der sich Kursteilnehmer vernetzen und austauschen können. Ich bin für all diese Fragen und Themen ansprechbar und wir können gern Einzelstunden zusammen planen, wenn größere Themen im Raum stehen. 

Die Gebärden begleiten uns über einen längeren Zeitraum hinweg. Da wäre es doch großartig, sich immer mal wieder in der Konstellation zu treffen, wie man angefangen hat, um zu schauen, wie sich alles entwickelt. Ich möchte solche regelmäßigen Begegnungen ermöglichen und wer weiß, vielleicht triffst du so ja sogar Freunde fürs Leben. 

Es geht um dich und deine Kinder und wie ihr am besten von Babygebärden profitieren könnt und da sollt ihr auf jeden Fall mitbestimmen können.

Ein Nachschlagewerk mit Babygebärden

Durch Abbildungen ist die richtige Ausführung einer Gebärde oft schwierig zu vermitteln. Video-Gebärden-Datenbanken sind da schon wesentlich vorteilhafter. Heutzutage muss man ja oft nur einmal Google bemühen und schwupps, schon bekommt man sein Gebärdenvideo präsentiert. Perfekt! Nicht ganz. Diese Videos helfen mir oft schon sehr, doch manchmal finde ich verschiedene Ausführungen für ein Wort oder ich kann nicht genau erkennen, worauf es ankommt, wenn ich die Gebärde korrekt ausführen möchte. 

Diese Lücke möchte ich gern schließen. Es soll eine Video-Babygebärden-Datenbank entstehen, in der du die Gebärden als Video sehen kannst und zusätzliche Hintergrundinformationen und Beispiel-Anwendungsmöglichkeiten bekommst.

Lernhilfen

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man sich alle Inhalte aus so einem Babygebärden-Kurs nicht auf Anhieb merken kann. Oft ist es auch schwer im Alltag daran zu denken, die zur Situation passenden Gebärden zu nutzen.

Ich möchte dir die ein oder andere Lern- und Erinnerungshilfe anbieten, damit es dir leichter fällt. 

Auf die Plätze! Fertig! Los!

Das sind schon ziemlich große Pläne, was? Und das ist lääängst noch nicht alles. In meinem Kopf sind noch viel mehr davon. Das alles wird in 2020 natürlich nicht zu schaffen sein. Es wird also eher ein Marathon und kein Sprint. 

Aber jetzt wird erstmal gestartet und eine Etappe nach der anderen erreicht.

Ich freue mich riesig darauf. Bist du dabei und lernst mit mir zusammen Babygebärden? 

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