Malen mit Babys – Und warum Malen die Sprachentwicklung fördert

Malen ist doch kinderleicht. Naja, nicht ganz. Es dauert schon etwa bis zum ersten Geburtstag, bis dein Kind einen Stift halten kann und damit erste Striche zu Papier bringt. Und dann dauert es auch nochmal mehrere Jahre, bis richtige Figuren dabei herauskommen. Trotzdem schlummert schon von Anfang an ein kleiner Picasso in deinem Kind. Ich zeige dir heute, wie ihr schon mit dem Malen beginnen könnt, wenn dein Baby erst 6-8 Monate alt ist. Und das Beste ist: Malen macht deinem Kind nicht nur riesengroßen Spaß. Nein, Malen mit Babys trägt auch noch zu ihrer Sprachentwicklung bei.

Los geht’s!

Malen mit Babys? Oder eher Schmieren?

Vielen Eltern kommt es gar nicht in den Sinn, dass Malen mit Babys überhaupt funktionieren könnte. So richtig von Malen kann man bei Babys unter einem Jahr auch noch nicht sprechen. Es ist viel mehr eine Vorstufe davon. Spurschmieren nennt sich das. Ja, das Wort trifft es auch ganz gut. Kinder entdecken, flüssige und teigige Materialien mit den Händen zu verschmieren. Sie haben Freude an der Bewegung ihrer Hände und wie diese Spuren hinterlassen.

Ich bin ja eher empfindlich, was das Hinterlassen von Spuren auf Haut, Kleidung und Boden angeht. Da krieg ich ’ne Krise. Gut, dass jetzt der Sommer vor der Tür steht. Wenn die Kinder draußen matschen und nach einer Runde im Planschbecken alles wieder sauber ist, kann ich es schon besser ertragen. Also nutze den Sommer, um dein Baby so viel wie möglich draußen malen zu lassen. Oder sorge für große Unterlagen und lass es am Besten nackt oder nur mit Windel Spuren schmieren.

Warum Malen mit Babys ihre Sprachentwicklung fördert

Nun, das ist ganz einfach. Beim Entstehen von Mustern und Bildern wird die Verknüpfung zwischen Hand- und Augenbewegungen trainiert. Die Wahnehmungsfähigkeit und das analytische Denken werden geschärft. Dieses Zusammenspiel von Wahrnehmung und Motorik ist eng mit dem Spracherwerb gekoppelt.

Die ersten Bilder, die beim Malen mit deinem Baby entstehen, sind natürlich noch abstrakt. Mit ein wenig Fantasie lassen sich aber garantiert Formen erkennen und benennen. Eine perfekte Gelegenheit also, mit deinem Kind darüber zu sprechen und zu gebärden.

Besonders schön ist es auch, wenn du dich selbst von der Mal-Freude deines Babys anstecken lässt und ein paar Figuren auf’s Bild zauberst, die du dann benennen kannst. Einen <Hund> oder eine <Katze> bekommst du bestimmt hin, oder? OK, ich geb’s zu, ich hab es mir auch erst beibringen müssen. Schau mal hier! So schwer ist es gar nicht.

Dein Kind lernt beim Malen und wenn du dazu sprichst und gebärdest, die Handbewegungen zu erkennen und ihnen eine Bedeutung zu geben. Genauso ist es auch beim Erwerb der Lautsprache. Dafür muss es auch deine Mundbewegungen sehen und verstehen, um diese nachahmen und sprechen lernen zu können.

Und natürlich entwickelt sich auch die Handmotorik weiter, wenn dein Baby malt. Es übt und kräftigt seine Fingermuskulatur. Die braucht dein Kind, um selbst Gebärden zeigen zu können.

Selbstwirksamkeit entdecken

Ich bin ja überzeugt davon, dass Selbstwirksamkeit ein großer Faktor beim Erlernen von Kommunikation, sei es durch Gebärden oder Lautsprache, ist. Das heißt, wenn ein Kind merkt, dass es durch seine Handbewegungen oder durch seine Laute etwas bewirkt, also „Mama versteht mich und erfüllt idealerweise noch meine Bedürfnisse“, dann wird es sich weiter darin ausprobieren und lernen.

Diese Selbstwirksamkeit erfährt dein Baby auch beim Malen. Es sieht: „Meine Handbewegungen erzeugen Spuren und meine Bezugsperson reagiert darauf“. Eine wichtige Erkenntnis für dein Kind.

Es lohnt sich also, deinem Baby frühzeitig Materialien und Anregungen zum Malen anzubieten.

Malen mit Babys – So geht’s!

Bevor es mit den Anregungen zum Malen mit Babys losgeht, hier noch ein paar grundlegende Worte dazu.

Die meisten Ideen sind völlig gratis oder mit Dingen umsetzbar, die du eh zu Hause hast.

Am Besten lässt du dein Baby einfach machen und sprichst beim Malen mit ihm – sofern du seine Aufmerksamkeit hast. Du könntest zum Beispiel fragen, ob das auf dem Bild eine <Katze> ist oder was immer du dir beim Anblick des Bildes gerade vorstellst. Und natürlich kannst du immer auch die Farben benennen und gebärden, die dein Kind gerade benutzt.

Passende Gebärden lernst du im „BINILINGO Babygebärden-Workshop“ kennen.

Wenn dein Kind etwas ratlos vor den bereitgestellten Materialien sitzt, kannst du ihm natürlich kurz zeigen, was man damit anstellen kann. Aber lass es ansonsten so viel wie möglich selbst entdecken und ausprobieren.

Erlebnis oder Ergebnis?

Tja, während wir Eltern häufig auf ein schönes Bild spekulieren, ist den lieben Kleinen das Ergebnis ihrer Kunst erstmal völlig wurscht. Für sie steht nur das Erlebnis, das Schauen, Fühlen, Schmieren und Matschen im Vordergrund. Pech gehabt, liebe Eltern! Aber 2 kleine Tipps hab ich doch noch, wie du zu hübschen Ergebnissen kommst:

1: Biete nicht alle Farben gleichzeitig an, sondern nur zwei bis 3 Farbtöne, die gut miteinander harmonieren. Ansonsten hältst du am Ende vermutlich nur ein braunes Blatt Papier in der Hand.

2: Klebe, bevor es losgeht, mit Washi-Tape Muster oder Schriftzüge auf das weiße Blatt Papier. Wenn du es nach der Matscherei abziehst, sieht das sehr stylish aus.

Und jetzt die versprochenen 8 Ideen zum Malen mit Babys.

Malen mit Fingerfarben

Der Klassiker, oder? Fast jeder denkt vermutlich zuerst an Fingerfarben. Klar, sie sind perfekt zum Spurschmieren. Du solltest natürlich darauf achten, dass sie ungiftig sind. Dann kann dein kleiner Schatz ruhig auch mal die Schmierfinger in den Mund nehmen.

Diese Farben hier sind zum Beispiel gut geeignet.

Übrigens finde ich, dass sich Fingerfarben ganz prima als Geschenk für Babys eignen. Mal was anderes, als die fünfte Rassel oder das dreizehnte Kuscheltier.

Ich habe mal versucht, selbst Fingerfarbe herzustellen. Das Ergebnis war – sagen wir mal – etwas farbarm, aber dafür garantiert ungiftig. Dieser Aspekt ist ja besonders beim Malen mit Babys sehr wichtig. Vielleicht war ich auch nur mit der Lebensmittelfarbe zu sparsam. Das kann sein. Deinem Baby wird die Intensität der Farbe jedenfalls relativ egal sein. Unsere Große war allerdings etwas enttäuscht, weil beim Schmieren so wenig Farbe auf’s Bild kam.

Hier findest du zwei Rezepte für selbstgemachte Fingerfarbe.

Dann brauchst du nur noch Papier und schon kann dein Baby drauf los malen.

Fingerfarbe und Stoff

Es gibt sogar Fingerfarbe für Stoff.

Das schafft nochmal eine andere Erfahrung im Umgang mit Farben.

Und so lassen sich ganz tolle Geschenke, wie Taschen und T-shirts gestalten.

Malen mit Babys und ohne Krise

Eine richtig geile Idee für kleckerfreies Matschen ist ja diese hier. Gib verschiedene Farben auf ein Blatt Papier oder Pappe. Lege diese in einen Zip-Beutel und verschließe diesen mit möglichst wenig enthaltener Luft.

Dein Kind kann nun nach Herzenslust mit seinen Händen die Farben schieben und drücken und so auf dem Papier verteilen. Und Mama braucht keine Krise zu bekommen. Malen mit Babys war noch nie so entspannt.

Noch cooler wird das krisenfreie Malen mit Baby, wenn du noch etwas Glitzer oder kleine Deko-Teile mit in den Zip-Beutel gibst. Diese sollten natürlich nicht spitz sein. Sonst geht der Zip-Beutel kaputt und dann geht doch das Gematsche los. Außerdem besteht dann Verschluckungsgefahr.

Ice Ice Baby – Malen mit Eis

Bist du schonmal auf die Idee gekommen, mit Eis zu malen?

Einfach Wasser mit Lebensmittelfarbe einfärben und ab damit ins Gefrierfach. Gerade im Sommer eine herrliche Abkühlung, wenn du die Eiswürfel deinem Kind zum Malen gibst. Es kann damit auf Papier malen oder im Sommer draußen auf dem Boden.

Aber Vorsicht! Bitte dabei bleiben und aufpassen, dass dein Kind den Eiswürfel nicht in den Mund nimmt und verschluckt. Diese Lektion habe ich gelernt, als uns das schonmal passiert ist. Gott sei Dank ist alles gut gegangen. Puh.

Malen in der Wanne

Mit Essen spielt man nicht. Ach komm! Ich bin da nicht so. Und gerade, wenn es darum geht, Babys ans Malen heranzuführen, finde ich, darf das auch mal sein. So wie hier mit den Badefarben. Du brauchst nur Sprühsahne, Lebensmittelfarbe und zum Beispiel eine Muffin-Backform.

In die Mulden der Backform sprühst du jeweils einen Klecks Sahne und vermischt sie mit der Lebensmittelfarbe und schon kann dein Baby nach Herzenslust in der Badewanne damit malen und matschen. Kleiner Tipp: Nimm dein Baby beim Baden auf deinen Schoß. So kann es ganz entspannt sitzen und sich auf die Farben konzentrieren.

Malen mit Mehl oder Zucker

Jaja, schon wieder Lebensmittel. Aber theoretisch sind sie anschließend noch verwendbar.

Gib eine Ladung Mehl oder Zucker auf ein Backblech. Jetzt kannst du deinem Baby verschiedene Utensilien dazu anbieten, mit denen es darin Spuren malen kann. Einen Löffel zum Beispiel oder ein Stäbchen oder es nutzt einfach nur seine Hände.

Malen mit Wasser

Gerade im Sommer faszinierend und du hast es jederzeit zu Hause: Wasser!

Einfach ein Schüsselchen Wasser bereitstellen und schon geht’s los. Klar, dein Baby wird vielleicht erstmal nicht verstehen, was das jetzt soll. Zeige ihm, dass das Wasser jetzt nicht zum Trinken gedacht ist, sondern man damit mühelos zum Beispiel auf dem Terrassenboden Spuren machen kann. Wenn es besonders heiß ist, könnt ihr sogar beobachten, wie die Sonne die Spuren wieder wegtrocknet. Das kannst du deinem Kind dann ruhig erklären. Denk dran, dein Kind versteht schon mehr, als du denkst.

Und nicht vergessen! Dein Kind gehört dabei nicht in die heiße Sonne. Aber das weißt du ja.

Mit Creme Malen

Auch sehr beliebt und im Grunde genommen täglich machbar, wenn du dein Kind sowieso eincremst.

Lass es ruhig auch mal seine Finger in die Creme tauchen und sie auf seinem Körper oder auch auf deinem (da ist die Malfläche größer ;-)) verschmieren. Am Ende duftet ihr beide gut und habt geschmeidige Haut. Was will man mehr?!

Und nun? Wohin mit den kleinen Kunstwerken?

Beim Malen mit Babys entstehen unzählige Werke. Am Ende stellt sich oft die Frage: „Wohin damit?“

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Und die Meisterwerke deines Babys können sich noch als richtig nützlich erweisen.

Wenn du alles aufheben willst, hast du bald einen riesigen Papierberg. Ziemlich unpraktisch, wenn der Platz für die Aufbewahrung rar ist.

Du kannst viele Originale deines Babys jedoch problemlos entsorgen, indem du sie vorher abfotografierst und abspeicherst. So kannst du dir später alles nochmal anschauen und sogar nochmal ausdrucken, wenn du Verwendung dafür hast. Die ganz besonders schönen Originale hebst du natürlich auf.

Ich versteh auch, dass es Überwindung kostet, sich von den Werken deines Kindes zu trennen. Aber du wirst sehen, wie befreiend es wiederum ist. Also am Besten kurz und schmerzlos einfach tun.

Ein paar Werke kannst du auch aufheben, um jederzeit schnell ein Geschenk damit einzupacken oder eine schöne Grußkarte damit zu gestalten. Schöneres und persönlicheres Geschenkpapier wirst du wohl kaum finden.

Wenn du selbst eine kreative Ader hast, können dir die Werke deines Kindes auch als Vorlage dienen. Vielleicht siehst du etwas in den Bildern und kannst selbst noch Striche und Formen ergänzen und wunderschöne Bilder daraus zaubern.

Apropos wunderschön. Wenn du Ausschnitte der Bilder einrahmst und farblich passend arrangierst, hast du auch eine richtig tolle Deko für dein Zuhause.

Also los geht’s! Ran an die Farben!

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