Wenn dein Kind deine Gebärden nicht nachahmt

Mein Kind ist 10 Monate alt. Ich versuche ihm seit 5 Wochen die Gebärde für Milch beizubringen. Er hat die Gebärde noch nie nachgeahmt. Hast du Tipps für mich?“

Diese Frage erreichte mich von einer Mama in meiner Facebook-Gruppe „Babys und Kleinkinder verstehen mit Gebärden“.

Ich habe mir vorgenommen, jetzt einmal im Monat Fragen von Mamas aus meiner Community hier im Blog zu beantworten.

Also beginnen wir mit dieser hier. „Was, wenn mein Kind meine Gebärden nicht nachmacht?“

Die Situation

Das Kind der Fragestellerin winkt bereits und macht Bitte bitte. Allerdings nicht auf Kommando, sondern nur, wenn er das will. Aha, hier haben wir schon einen ersten Anhaltspunkt, warum er die Gebärde für Milch nicht nachahmt. Dazu später mehr.

Baby- und Kleinkindgebärden: Bitte bitte

Außerdem zeigt er Bitte bitte neuerdings auch wenn er mal muss.

Meine Einschätzung und Hintergründe warum das Kind die Gebärde wahrscheinlich nicht nachahmt

Die Schilderung lässt erahnen, dass der Kleine dabei ist, zu verstehen, dass er durch das Nachahmen der Gebärden etwas mitteilen und bewirken kann.

Es sieht so aus, als ob er gerade erforscht, wie die Handbewegungen für Winken oder Bitte bitte richtig eingesetzt werden. Deshalb zeigt er sie auch in Situationen, die augenscheinlich nicht zur Gebärde passen, wie das Abhalten. Er versucht vermutlich herauszufinden, zu welchen Situationen die Gebärden gehören und fragt sich: „Was passiert, wenn ich die Handbewegungen in verschiedenen Situationen mache? Reagiert Mama immer gleich?“

Wie ist das jetzt mit der Gebärde für Milch? Warum ahmt er sie nach nun 5 Wochen immer noch nicht nach?

Zunächst einmal ist hier sicherlich Geduld gefragt. Es dauert unterschiedlich lang, bis Kinder Gebärden nachahmen. 5 Wochen sind da tatsächlich noch nicht so lang.

Was noch eine Rolle spielt, ist die Häufigkeit und wie konsequent die Gebärde gezeigt wird.

Je häufiger und konsequenter eine Gebärde gezeigt wird, umso besser können die Kleinen die Zusammenhänge nachvollziehen und verstehen, dass sie mit der jeweiligen Sache in Zusammenhang steht.

Der aus meiner Sicht wichtigste Faktor ist das Interesse des Kindes.

Gerade die Bedürfnis-Gebärden wie Milch, Schlafen, Pipi und so weiter interessieren vor allem die Eltern. Die Kinder haben oft weniger das Bedürfnis, mitzuteilen dass sie Milch, Schlaf oder aufs Töpfchen wollen.

Sind das nicht schließlich sowieso die Dinge, die du als erstes checkst, wenn dein Kind unruhig wird?!

Siehst du?! Wieso sollte es also noch ein besonderes Interesse haben, dir diese Bedürfnisse mitzuteilen, wenn sie sowieso mehr oder weniger zuverlässig erfüllt werden?!

Mein Tipp

Verwende ruhig weiter die Gebärde für Milch. Aber fokussiere dich erstmal auf Gebärden, die für dein Kind wahrscheinlich interessanter sind.

Ich empfehle, an den Gebärden für Tschüss und Bitte bitte dranzubleiben.

Diese Gebärden ahmt er bereits nach und sie dürfen sich ruhig noch weiter festigen.

Weiterhin kannst du Ausschau halten nach Dingen, die er dir wahrscheinlich mitteilen möchte.

Versuche die Welt mit den Augen deines Kindes zu sehen und frag dich: Was könnte ihm wohl wichtig sein?

Sieh die Welt mit den Augen deines Kindes und finde heraus, welche Gebärden es am wahrscheinlichsten nachahmen wird

Mir ist es wichtig, dass Eltern mit den bestmöglichen Gebärden beginnen. In meinem Online-Kurs „Sag’s mit den Händen“ ist dieser Aufgabe ein ganzes Modul gewidmet. Es ist also durchaus eine größere Aufgabe, für die du dir Zeit nehmen solltest.

Doch ist dieser Schritt einmal getan, hast du eine sehr gute Basis, dafür dass dein Kind bald die Gebärden nachahmt und verständlich mit dir kommuniziert.

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