Wozu brauche ich Babygebärden? Ich verstehe auch so, was mein Kind möchte.
Nach dieser Aussage einer Mutter fiel mir auf Anhieb zunächst kein Argument mehr für Babygebärden ein. Hatte ich doch bisher eher die Bedürfniserfüllung in den Vordergrund gestellt, wenn ich von Babygebärden sprach.
Doch kaum dachte ich mich einmal tiefer in die Fragestellung ein: „Warum brauchen Eltern und Kinder eigentlich Babygebärden?“ war es sofort klar. Es geht gar nicht so sehr um die Erfüllung von Babys Bedürfnissen. Nein, da hat die Mutter schon recht. Denn seien wir mal ehrlich. Wenn unser Kind weinerlich wird, probieren wir doch sowieso als erstes, ihm Essen, Trinken, eine Windel, Schlaf oder Entertainment anzubieten. Sein Grundbedürfnis bekommt es also so oder so mal mehr, mal weniger schnell erfüllt.
Wenn ich so drüber nachdenke: Auch für uns hatten die Babygebärden nicht vorrangig die Bedeutung, dass wir die Bedürfnisse unserer Kinder dadurch besser verstehen. Nein, es war und ist viel mehr als das.
Wunderbare Momente mit Babygebärden verzaubern uns
Mit Babygebärden haben wir diese ganz besonders magischen Momente erlebt. Kennst du das? Diese Momente, die so wundervoll und zauberhaft sind, dass du sie unbedingt festhalten möchtest. Diese Momente, die ein ganz warmes Gefühl der Nähe und Verbundenheit in dir wecken.
Es sind Momente, die uns die Augen geöffnet und uns gezeigt haben, was in unseren Kindern steckt. Sie haben uns zum Staunen und zum Lachen gebracht – ja, verzaubert eben. Und ohne Babygebärden wären diese Momente so nicht möglich gewesen.
Von den zauberhaftesten Momenten, die wir mit Babygebärden erlebt haben, möchte ich dir heute erzählen.
Los geht’s!
Das erste Mal – Die erste Babygebärde
Es gibt viele erste Male, wenn du ein Baby hast.
Die erste Begegnung direkt nach der Geburt, das erste Stillen, das erste Lächeln, die erste Drehung, das erste Krabbeln, der erste Schritt UND natürlich das erste Wort. Viele Eltern warten regelrecht auf solche ersten Male und (fast) immer geht davon ein ganz besonderer Zauber aus.
Wir beobachten unser Kind gespannt, wie es sich mit aller Kraft vom Rücken auf die Seite dreht – ja, los, noch ein bisschen – nur noch ein kleines bisschen Schwung – und – jaaaa, geschafft! Die erste Drehung vom Rücken auf den Bauch. Und wir Eltern kriegen diesen verliebten Blick. Wir sind verzaubert und stolz wie Bolle auf unser Kind.
Mit Babygebärden kannst du noch weitere dieser zauberhaften ersten Male mit deinem Kind erleben: Das erste Mal, dass es eine Gebärde zeigt oder auf eine deiner Gebärden reagiert. Ein weiterer Moment also, in dem ihr als Eltern vor Stolz, Glück und Liebe platzt.
Wie der Lichtschalter unser neuer Freund wurde
Unser erstes Mal hatten wir mit der Gebärde für „Licht an“, bzw. „Licht aus“. Unsere Große war etwa 7 Monate alt, als wir mit Babygebärden starteten. Damals hatten wir eine Lampe über dem Esstisch und den Lichtschalter direkt in der Nähe. Es war also total naheliegend, dass wir, wenn wir an diesem Tisch saßen, mehrfach diesen Lichtschalter betätigten und die Gebärden für Licht an/aus zeigten. Es passierte erstmal nichts. Und das ist auch nicht ungewöhnlich. Eines Tages, die Große war 8 Monate alt, fragte ich sie: „Soll ich das Licht anmachen?“.
Und da passierte es: Sie schaute sofort zur Lampe.
Zufall? Vielleicht. Also wiederholten wir es. Nein, kein Zufall. Sie reagierte tatsächlich auf meine Frage und die Gebärde. Großartig!
Der Lichtschalter war nun natürlich erst Recht unser Freund und unsere Motivation, Babygebärden weiterhin zu nutzen, war nun neu entfacht.
Es vergingen nochmal ein paar Wochen und dann kam der Durchbruch. Sie zeigte selbst das erste Mal die Gebärde für Licht. Wahnsinn! Es funktioniert wirklich!
Baby, zeig mir, was du siehst!
Mit der Gebärde für Licht, kam dann auch einer der nächsten zauberhaften Momente mit Babygebärden. Wir waren einkaufen. Wir hatten eigentlich nichts anderes im Sinn, als unseren Einkaufszettel abzuarbeiten. Und plötzlich zeigte die noch kleine Große in der Getränkeabteilung auf einmal die Gebärde für Licht. Wir richteten unseren Blick nach oben. Und über den Weinflaschen hingen, statt der normalen Supermarktbeleuchtung, ein paar ziemlich dekorative Lampen. Die sind ihr offenbar aufgefallen und haben ihr gefallen. Von da an gebärdete sie bei jedem Einkauf „Licht“, wenn wir in diese Abteilung kamen.
Was uns ohne Babygebärden garantiert verborgen bleibt
Das klingt jetzt vielleicht erstmal unspektakulär und gar nicht so zauberhaft. Das zu glauben ist ein Fehler. Überleg doch mal, wie es ohne die Möglichkeit der Kommunikation mit Gebärden gewesen wäre? Wir hätten einfach unseren Einkauf erledigt und wären weitergezogen, ohne dass irgendwas gewesen wäre.
Auf diese Weise haben wir jetzt aber erfahren, was unser Kind gerade beschäftigt und worauf seine Aufmerksamkeit gerichtet ist.
Es hätte natürlich niemandem geschadet, das nicht zu erfahren, aber so ist einfach ein wunderbarer Moment entstanden, den ich nicht hätte verpassen wollen. Die kleine Große konnte uns etwas mitteilen und sie hat uns damit aus unserem Alltagstrott für einen Moment herausgerissen und verzaubert. Wir sind achtsam geworden und haben unsere Umgebung bewusst wahrgenommen.
Wir haben uns natürlich gefreut, dass sie uns etwas mitteilen konnte und ihr zurückgespiegelt, dass wir verstanden haben, was sie uns sagen möchte. Und sie hat sich verstanden gefühlt. Win win auf allen Seiten.
Wie wir mit Babygebärden achtsamer miteinander sind
Achtsamkeit, das ist einer der stärksten Aspekte die für mich absolut für die Verwendung von Babygebärden sprechen.
Wie du an dem eben beschriebenen Beispiel gesehen hast, können Kinder uns mit den Babygebärden auf Dinge hinweisen, die wir sonst vielleicht gar nicht beachten würden. Dinge, die für uns einfach völlig normal und alltäglich sind, so wie die Lampen an der Decke. Oder sie holen uns ins Hier und Jetzt zurück, wenn wir mit unseren Gedanken abschweifen.
Ich finde es großartig, wie Kinder sich für Dinge begeistern können, die für uns eher nur noch nebenbei ablaufen.
Ich erinnere mich noch sehr gut an unsere Autofahrten. Normalerweise läuft bei uns immer das Radio im Auto. Meistens hören wir aber gar nicht bewusst hin? Ich blende jedenfalls häufig die Musik im Hintergrund aus. Die Große aber hat im zarten Babyalter oft meine Aufmerksamkeit wieder zurück auf die Musik gelenkt, indem sie die Gebärde für Musik zeigte.
Und wie bei den Lampen im Supermarkt entstand auch hier durch die Babygebärde wieder ein kurzer Dialog und eine wunderbare Situation voller Zauber, in der wir gemeinsam der Musik lauschten oder einfach mitsangen. Großartig! Ohne die Gebärden als Möglichkeit, sich mitzuteilen, wäre dieses Miteinander so nicht entstanden. Es wäre ihr „Geheimnis“ geblieben, dass sie sich gerade für die Musik interessiert.
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Dein Baby versteht mehr, als du denkst
Als die Kleine nun vor 1 ½ Jahren in unsere Familie geboren wurde, war natürlich sofort klar, dass wir auch mit ihr gebärden werden. Und diesmal machten wir schon viel früher die ersten Schritte Babygebärden mit ihr zu verwenden.
Vor allem die Gebärde für „Nochmal“ habe ich viel benutzt und ich war wirklich verblüfft. Denn mit 5-6 Monaten verzauberte mich ihr freudiges Strahlen und Zappeln, wenn ich sie beim Kitzeln fragte, ob sie „nochmal“ möchte. Dass sie das bereits verstehen kann, hätte ich nicht gedacht.
Ich habe die Beobachtung gemacht, dass wir unsere Kinder häufig unterschätzen. Ich denke inzwischen, sie verstehen viel mehr, als wir glauben. Ich glaube, ihre Gedanken sind sehr komplex, ihnen fehlt nur die Möglichkeit uns daran teilhaben zu lassen.
Babygebärden machen das ein Stück weit möglich. Unsere Kinder können uns damit zeigen, was sie schon alles verstehen und können.
Orientierungssinn und Erinnerungsvermögen
Ich hätte zum Beispiel auch nicht gedacht, dass in zartem Babyalter der Orientierungssinn und das Erinnerungsvermögen schon so ausgeprägt sind.
Die Kleine war etwa 7 Monate alt, als wir auf dem Weg zum Kindergarten ein paar Kühe entdeckten. Sie war sofort völlig aus dem Häuschen und ich zeigte ihr die Gebärde für Kuh.
Am nächsten Tag etwa an der Ecke, kurz bevor die Weide in Sichtweite war, war sie plötzlich ganz aufgeregt und führte ihre Hände zum Kopf. Mir war sofort klar, dass sie die Kühe meinte, an die sie sich wohl gerade erinnerte. Sie hatte sich also ganz genau gemerkt, dass dort jetzt die Kühe auftauchen werden. Für das Alter finde ich das schon erstaunlich. Auch da hatte ich sie bisher unterschätzt und war nun ganz verzaubert und freute mich ab sofort selbst jeden Tag auf die Begegnung mit den Kühen.
Selbständig mit Babygebärden
Die Gebärde für Teddy ist der Gebärde für Kuh recht ähnlich (Mit beiden Händen werden mit Daumen und Zeigefinger am Kopf die Teddyohren angedeutet) und hat sowohl für Staunen, als auch für Lachen gesorgt.
Einen Teddy hat die Kleine nämlich in dem Buch „Was kitzelt dich am Näschen„* entdeckt, das sie gern durchblätterte. Es dauerte nicht lang und sie lernte die Gebärde zu zeigen. Jedes Mal, wenn wir nun absichtlich oder unbewusst das Wort „Teddy“ sagten, dann zeigte sie die Gebärde, krabbelte los und holte dieses Buch. Ähnlich selbständig holte sie später Windeln und Feuchttücher, wenn wir fragten, ob ihre Windel voll ist. Mein Eindruck ist tatsächlich, dass sie in vielen Situationen das Gesagte einfach besser versteht und verarbeiten kann, wenn wir es mit Gebärden begleiten. Eine Handlungsaufforderung hat somit gute Chancen, verstanden und auch umgesetzt zu werden.
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Wenn dein Kind nicht genug bekommen kann
Warum das so ist, ist recht einleuchtend.
Die ersten gesprochenen Worte
Dieses „Hüss“, das sie damals sagte, war auch der Beginn eines weiteren Zaubers, den wir mit Babygebärden erlebten: Die Entwicklung der Lautsprache. Es gibt ganz unterschiedliche Ansichten darüber, ob Babygebärden die Entwicklung der Lautsprache fördern oder hemmen. Erwiesen ist nichts davon.
Ich bin der Meinung, Babygebärden fördern die Entwicklung der Lautsprache. Denn die Große und die Kleine begannen beide mit knapp einem Jahr, die ersten Worte zu sprechen und ihr Wortschatz explodierte förmlich. Die Kleine bildet jetzt mit 1 ½ Jahren sogar schon 3-Wort-Sätze. Unglaublich! Natürlich noch lange nicht perfekt, aber doch so, dass auch Außenstehende sie schon gut verstehen können.
Ich bin sicher, die Babygebärden haben ihren Anteil an dieser frühen und schnellen Sprachentwicklung. Schließlich haben die Kinder durch die Babygebärden schon sehr früh ein Gefühl für Kommunikation entwickelt. Und wir Eltern haben sie aufmerksam beobachtet und entsprechend auf ihre Kommunikationsversuche reagiert. Unsere Kinder haben also schon früh erfahren, dass ihre Handbewegungen, Laute und schließlich auch Worte zu einer ihnen angenehmen Reaktion führen.
Es geht dabei gar nicht darum, welches Kind was als erstes kann. Es ist grundsätzlich auch Hupe, ob es nun früher oder später sprechen lernt. Aber seien wir mal ehrlich! Wir sind doch alle wahnsinnig stolz auf jeden Entwicklungsschritt unserer Kinder, oder? Und ja, ich war und bin total verzaubert und stolz auf ihre unglaubliche Sprachentwicklung.
Spaß mit Babygebärden
Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich so über meine eigene „Blödheit“ lachen musste.
Wir saßen beim Essen und ich kam auf die glorreiche Idee, sie zu fragen, ob es lecker ist und rieb mir den Bauch – die Gebärde für lecker. Ich glaube, es gab Spaghetti Bolognese und sie bevorzugte noch mit den Fingern zu essen.
Es war offenbar lecker, denn sie rieb sich jetzt auch den Bauch, als mir mein Faux-pas bewusst wurde. Shit! Ihre Finger waren jetzt sauber, ihr T-shirt allerdings nicht mehr. Ups.
Ich muss heute noch schmunzeln, wenn ich über diese zauberhafte Situation nachdenke.
Aber auch ohne solche Unglücke sorgen Gebärden immer wieder für Lacher. Oft ist es einfach unglaublich süß ist, wie die Kinder gebärden. Die süßeste Gebärde, die ich kenne, ist die für „Eichhörnchen“. Dabei werden die Hände zum Mund geführt und es wird angedeutet, dass man an einer Nuss knabbern würde. Wie ein Eichhörnchen eben. Es ist so goldig, wenn die Kleinen das voller Spaß nachahmen. Gebärden und Situationen wie diese machen das Miteinander so wunderbar lebendig und es macht Riesenspaß.
Rituale mit Babygebärden
Mit Babygebärden können wunderbare Rituale entstehen.
Wenn wir die Große in den Kindergarten bringen, dann wird am Fenster immer noch gewunken. Übrigens ein wunderbares Einsatzgebiet für Gebärden: Kommunikation über Distanz oder über 2 akustisch abgetrennte Räume.
In diesem Fall nutzen wir keine „echten“ Gebärden, sondern nur ausgedachte Gesten.
Wir winken uns zu, wir Formen ein Herz mit den Fingern und schließlich gibt’s noch einen Luftkuss, der wie ein Flugzeug durch die Luft fliegt und mitten ins Herz trifft. Die Große lacht dann immer und läuft dann fröhlich in ihren Gruppenraum zurück. Bei der Kleinen ist dieses Ritual auch sehr beliebt und sie macht die Gesten fleißig mit.
Das ist so schön und unser ultimativer Trick für einen wunderbaren Start in ihren Kindergarten- und meinen Arbeitstag.
Du kannst selbst für diese und andere Situationen wunderbare Rituale mit Babygebärden kreieren. Du benötigst nur etwas Kreativität und Offenheit für den entstehenden Zauber.
Spielen mit Babygebärden
Besonders schön ist es auch mit Gebärden zu spielen.
Babygebärden sind nicht so gedacht, dass man sie wie die Vokabeln in der Schule paukt. Nein, vielmehr werden sie einfach in den natürlichen Sprechfluss eingebunden und so quasi fast nebenbei gelernt.
Dennoch frage ich manchmal gezielt einige Babygebärden ab. Nicht, um die Kleine zu trainieren, sondern weil es Spaß macht. Es entsteht eine Art Ratespiel und wir haben dabei richtig Freude. Sie verlangt sogar nach mehr und benutzt dabei die Gebärde für „Nochmal“.
Gerade, wenn die Kinder dann größer werden, kann man prima auch andere Kinderspiele mit Babygebärden spielen. Zum Beispiel „Ich sehe was, das du nicht siehst und das gebärdet man so…“ oder „Stille Post“ mit Gebärden. Auch hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt und zauberhafte Momente können entstehen. Und noch dazu völlig kostenlos.
Lass dich mit Babygebärden verzaubern
Das sind nur ein paar Auszüge aus unseren Erlebnissen mit Babygebärden. Tatsächlich sind es inzwischen sooo viele, dass ich im Handumdrehen ein ganzes Buch füllen könnte. Für Außenstehende mögen diese Beispiele unspektakulär klingen. Aber all diese Situationen machen für uns einen ganz besonderen Zauber aus und wir schwelgen gern in diesen Erinnerungen.
Konnten meine Erlebnisse dir etwas Lust machen, es selbst mal auszuprobieren und dir mit Babygebärden deine eigenen wunderbaren Erinnerungen mit deinem Kind zu schaffen?
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