„Es entsteht mittlerweile oft erstmal ein Teufelskreis der Unzufriedenheit.“
Dieser Satz stammt von einer Mama aus meiner Begleitung. Und seitdem bekomme ich ihn nicht mehr aus dem Kopf.
Denn wahrscheinlich kennst du genau solche Tage:
Der Morgen beginnt eigentlich ganz normal. Dein Kind möchte sich selbst anziehen. Du hilfst nur ganz kurz.
„NEIIIIN!“
Beim Frühstück zerbricht die Banane.
Falsch.
Die Jacke soll nicht angezogen werden.
Dein Kind möchte den Haustürschlüssel tragen.
Du hast ihn aber schon eingesteckt.
Im Supermarkt will es den Kassenbon nehmen.
Aber die Kassiererin gibt ihn dir in die Hand.
Zu Hause stellst du den blauen Becher auf den Tisch.
Und plötzlich liegt dein Kind schreiend auf dem Boden.
Du verstehst die Welt nicht mehr.
So ein Theater wegen eines Bechers?
Nein, es geht nicht um den Becher.
Es begann schon Stunden vorher.
„Ich mache doch schon alles.“
Viele Eltern erzählen mir von den Wutanfällen ihrer Kinder und sagen: „Ich begleite die Gefühle. Ich bleibe ruhig. Ich erkläre alles. Ich biete Lösungen an.“
„Egal was ich mache – nichts hilft.“
Klar ist das unglaublich frustrierend.
Warum du an der falschen Stelle suchst
Wenn ein Wutanfall da ist, arbeitest du auf Hochtouren daran, herauszufinden:
- Wie beruhige ich mein Kind?
- Was sage ich jetzt?
- Soll ich trösten?
- Soll ich ablenken?
- Soll ich einfach dableiben?
Das alles kann sinnvoll sein.
Aber du suchst die Lösung an der falschen Stelle.
Denn der eigentliche Auslöser liegt schon mehrere Stunden zurück.
Der Wutanfall beginnt viel früher
Stell dir vor, dein Kind sammelt den ganzen Tag kleine Frustmomente. Wie Wasser, das in ein Glas tropft. Es denkt immer wieder:
💭 „Nein, nicht so!“
💭 „Ich wollte das selber machen!“
💭 „Ich wollte die Banane selber schälen!“
💭 „Ich wollte den Knopf drücken!“
💭 „Ich hatte einen Plan, wie das hier laufen soll!“
Immer wieder passiert etwas, das aus Sicht eines Erwachsenen völlig unbedeutend wirkt.
Für dein Kind ist es aber alles andere, als unbedeutend.
Es entdeckt gerade die Welt. Es möchte ausprobieren, mitmachen mitentscheiden, selbstwirksam sein.
Nur kann es dir das noch gar nicht sagen. Zumindest nicht so, dass du es verstehst.
Und deshalb bleiben seine vielen Gedanken und Wünsche unsichtbar.
Bis irgendwann der falsche Becher kommt.
Der letzte Tropfen, der das Glas zum Überlaufen bringt.
Und der Wutanfall wirkt plötzlich unverhältnismäßig riesig.
„Ich hatte einen Plan.“
Hinter vielen Wutanfällen steckt eigentlich genau das: „Ich hatte einen Plan. Warum zum Geier hält sich die Welt nicht daran?“
Und damit ergibt Vieles einen neuen Sinn.
Nicht: „Mein Kind will provozieren.“
Nicht: „Es testet Grenzen.“
Sondern:
- Es wollte helfen.
- Es wollte selbst machen.
- Es wollte etwas anders.
- Es wollte nochmal.
- Es wollte den Hund anschauen.
- Es wollte den Lichtschalter drücken.
Es hatte einfach einen eigenen Plan.
Nur wusste niemand davon.
Wenn niemand diesen Plan kennt, kann ihn auch niemand erfüllen.
Genau deshalb setzt liebevolle Begleitung von Wutanfällen zu spät an
Bitte versteh mich nicht falsch. Kinder brauchen unsere Begleitung. Sie brauchen Nähe. Sie brauchen Sicherheit.
Sie brauchen Erwachsene, die ihre Gefühle aushalten.
Aber manchmal reicht das allein nicht.
Weil dein Kind gar nicht nur Trost braucht, wenn es schiefgelaufen ist. Sondern es braucht schon vorher die Möglichkeit, seinen Plan mitzuteilen.
Das ist ein riesiger Unterschied.
Was du heute einmal beobachten kannst
Beobachte mal die vielen Kleinen Momente im Alltag! Und frage dich: Ist das das, was mein Kind gerade will oder ist da eigentlich ein inneres Nein?
Es geht nicht darum, dass du jetzt alles zur vollsten Zufriedenheit deines Kindes machen musst. um Gottes Willen! Nein! Es geht nur darum, zu verstehen, wie sich der Frust den Tag über anstaut, bis der Becher-Zusammenbruch kommt.
Und dann frag dich mal: Welche Worte oder Gebärden bräuchte dein Kind jetzt, um dir sagen zu können, was es eigentlich will!
Hier kommen Babygebärden ins Spiel
Gebärden können deinem Kind genau das ermöglichen: Dir seine Pläne mitzuteilen, bevor du sie unwissentlich durchkreuzt und das Drama seinen Lauf nimmt.
Viele denken bei Babygebärden zuerst an: MILCH, ESSEN, SCHLAFEN.
Und natürlich können diese Gebärden hilfreich sein. Vor allem in den ersten Monaten.
Doch mit etwa einem halben Jahr verändert sich etwas: Dein Baby wird mobiler. Es entdeckt Tiere, Lampen, Musik, Wasser, Treppen, Schaukeln.
Es möchte mitmachen. Es möchte Dinge wiederholen. Es möchte helfen.
Und plötzlich reichen Gebärden für Grundbedürfnisse allein nicht mehr aus.
Denn dein Kind möchte dir etwas anderes sagen.
Vielleicht:
👉 NOCHMAL
👉 HELFEN
👉 HOCH
👉 LICHT
👉 HUND
👉 MUSIK
Oder etwas, das in EUREM Alltag gerade wichtig ist.
Genau deshalb arbeite ich in meiner Begleitung nicht einfach eine Standard-Liste mit Gebärden ab.
Mich interessiert vor allem eine Frage: Was möchte dein Kind gerade unbedingt mitteilen?
Denn genau da entsteht echte Verständigung. Genau da verschwinden viele kleine Missverständnisse, bevor daraus großer Frust wird.
Und machen wir uns nichts vor. Gebärden werden auch nicht jeden Wutanfall verhindern.
Das wäre unrealistisch.
Kinder dürfen wütend sein. Sie werden auch weiterhin enttäuscht sein. Sie werden Grenzen erleben und überhaupt nicht cool finden.
Aber sie bekommen mit Gebärden eine Möglichkeit, ihre Gedanken früher loszuwerden.
Und wenn du DA dann mit deiner liebevollen Begleitung ansetzt, die du aktuell noch mitten im Wutanfall versuchst, dann macht das einen gewaltigen Unterschied.
Wenn du dir genau dabei Unterstützung wünschst
Vielleicht hast du schon gemerkt: Es geht gar nicht darum, möglichst viele Gebärden zu lernen.
Sondern die richtigen zur richtigen Zeit.
Die, die jetzt gerade zu DEINEM Kind und zu EUREM Alltag passen.
Genau das machen wir gemeinsam in Gebärden-ZAUBER.
Wir arbeiten keine Standardliste mit 70 Gebärden ab.
Sondern wir schauen auf EUREN Alltag.
Auf die Situationen, in denen ihr euch gerade immer wieder im Kreis dreht.
Und darauf, was dein Kind wahrscheinlich schon längst versucht, dir mitzuteilen.
Und manchmal verhindert genau eine einzige passende Gebärde wochenlanges Rätseln.
Buch dir hier deinen Termin für unser Gebärden-Klarheits-Gespräch und wir schauen mal, wie ich dich dabei unterstützen kann!
Ich bin neugierig
Wenn du an den letzten Wutanfall deines Kindes denkst:
Was glaubst du? Worum ging es wirklich?
Hatte dein Kind vielleicht schon einen Plan, den niemand kannte?