Wie ich zu den Baby- und Kleinkindgebärden gekommen bin. Eine unspektakuläre Geschichte über einen Flyer und einen Babysignal-Kurs

Meine erste Gebärde und der Weg zum eigenen Kurs

Ich wünschte, es gäbe ein Schlüsselerlebnis, das mich zu den Baby- und Kleinkindgebärden führte. Einfach weil ich dann garantiert eine geile Story hätte. Aber sooo spektakulär ist die Geschichte, wie ich zu meiner ersten Gebärde kam, dann doch nicht.

Aber beginnen wir mal von vorne. Guuut, nicht GANZ von vorne. Denn wie sich das Thema Sprache durch mein Leben zieht, das kannst du auf der „Über mich„-Seite bereits nachlesen.

Beginnen wir mal 2016, an einem Sonntag, etwa ein halbes Jahr nachdem unsere Große auf die Welt kam. Über Gebärden hatte ich bis dato noch nie wirklich nachgedacht. 

Wir testeten ein lokales Kinder-Angebot hier in Hennef: Die Bewegungsabenteuer bei Luftsprünge. Nici öffnet ihre Räumlichkeiten und ihre Bewegungslandschaft regelmäßig für Kinder zum ausgelassenen Toben. 

Weil unser Baby noch zu klein war, um da richtig mitzumischen, hatte ich genug Zeit, die ausliegenden Flyer zu begutachten.

Meine erste Gebärde mit unserer Großen

Meine erste Gebärde mit Babysignal Babygebärden? Klingt gut! So bin ich zu meinen eigenen Baby- und Kleinkindgebärden-Kursen gekommen

Was sehen meine Augen da? Den Flyer von Babysignal. „Gebärdensprache für Babys! Klingt ja echt spannend.“, dachte ich.

Also direkt mal im Internet geguckt, wann die nächsten Babygebärden-Kurse starten. Shit! Die Kurs-Termine, um die ersten Gebärden zu lernen, passten mal so gar nicht in meinen Zeitplan.

Ich wollte es aber unbedingt machen. Also rief ich bei der Kursleiterin an, um Alternativen zu finden.

Wenn du mich schon etwas kennst, weißt du, dass mich das Überwindung gekostet hat. Ich hasse telefonieren.

Aber es hat sich gelohnt. Die Kursleiterin bot mir doch tatsächlich an, den Kurs mit einer weiteren Mama bei mir zu Hause zu machen.

Genial! Jetzt trafen wir uns 6 Wochen lang jeden Mittwoch in meinem Wohnzimmer und lernten unsere ersten Gebärden und wie wir sie anwenden konnten. OK, „die ersten Gebärden“ ist vielleicht etwas untertrieben. Etwa 70 Stück waren es bestimmt. 

Ich war angefixt, weil es einfach total Spaß machte. Meine erste Gebärde, die Einzug in unseren Familienalltag erhielt, war die für „Licht an/aus“. Unser Esstisch war der Ort, wo ich immer an diese Gebärde dachte, weil da diese große Lampe hing. Unser Baby war ganz neugierig, wenn es hell und dunkel wurde.

Wir übten also zu Hause fleißig und 2-3 Monate später zeigte unsere Tochter die Gebärde für „an/aus“ selbst. Was waren wir stolz und entzückt, wenn sie uns mit ihren kleinen Händen etwas mitteilte. Oft waren wir auch ganz schön verblüfft, weil uns bewusst wurde, wie schlau unser Baby schon ist. Und wer uns beim Gebärden beobachtete war ebenfalls erstaunt. Schließlich sind Baby- und Kleinkindgebärden noch recht unbekannt. Und deshalb sind viele Außenstehende erstmal fasziniert, dass sowas geht.

Meine erste Gebärde mit unserer Kleinen

Vor 2 Jahren, im Juli 2017 kam dann unsere Kleine auf die Welt. Klar begannen wir auch jetzt wieder die Baby- und Kleinkindgebärden zu verwenden. Jetzt war das Konzept ja schon erprobt. Diesmal war „nochmal“ die erste Gebärde, mit der ich anfing. Und mit 5-6 Monaten signalisierte die Kleine durch aufgeregtes Zappeln, dass sie die Gebärde hundertprozentig versteht.

In meiner Elternzeit regte sich der Wunsch, nach einer selbständigen und selbst bestimmten Arbeit. Ich bin ein Macher und so startete ich direkt mit der Umsetzung.

Manchmal muss man loslassen, damit etwas Neues entstehen kann. Wie ich meine erste Geschäftsidee losließ, um mich voll und ganz den Baby- und Kleinkindgebärden zu widmen

Baby- und Kleinkindgebärden – nicht meine erste Geschäftsidee

Meine erste Geschäftsidee hatte nichts mit Gebärden zu tun. Es ging um „Beschäftigungs- und Bastel-Sets für Familien“. Aber ich gab sie nach etwa einem halben Jahr auf, weil sie sich dann doch nicht als meine Berufung herausstellte. Ausgerechnet zu der Zeit dachte ich schon das erste Mal darüber nach, das Thema Babygebärden in mein Portfolio mit aufzunehmen.

Ein wahrer Glücksfall, denn plötzlich war mir sonnenklar: „Die Gebärden sind es. Sie lassen ein Feuer in mir brennen. Sie werden nun in den Mittelpunkt meiner Selbstständigkeit treten“.

Und hier bin ich nun. Ein Dreiviertel Jahr ist seit diesem Entschluss vergangen. Seit einem halben Jahr habe ich es schwarz auf weiß. Mein Unternehmen BINILINGO Baby- und Kleinkindgebärden ist gegründet. Das Feuer brennt immer noch.

Gerade habe ich meinen ersten Gebärden-Kurs durchgeführt und bei einigen Eltern sind die ersten Gebärden bereits in ihr Familienleben eingezogen.

Das ist wirklich das höchste der Gefühle, wenn die Eltern MEINE Impulse und Anregungen umsetzen. Ich liebe es, zu hören, dass sie wunderbare erste Erfahrungen zusammen mit ihren Kindern machen.

Naaa? Neugierig geworden? Möchtest du auch deine ersten Gebärden lernen und ausprobieren? Abonniere meine kostenlosen Finger-Tipps und erhalte regelmäßig Impulse zur Sprachentwicklung deines Kindes!

4 Kommentare zu „Meine erste Gebärde und der Weg zum eigenen Kurs“

  1. Wie schön! Ein kurzer Text und doch habe ich das Gefühl, dich schon ein bisschen zu kennen. Denn wie du mit dem Thema umgehst, kommt mir sehr vertraut vor. Toll, dass du dich von meinem Impuls hast mitreißen lassen!
    Liebe Grüße
    Anna

  2. Hallo Ariane,
    ich mag deine Geschichte. Vielleicht weil sie aus dem Alltag mit Kind geboren ist. Ich habe von den Kindergebärden bei meiner EinfachEltern-Kursleiterinnen Ausbildung gehört und fand das Konzept auch prima. Wenn meine eigene Tochter damals nicht schon zu alt dafür gewesen wäre, dann hätte es mich vermutlich auch mehr angefixt! Ich kenne es auf dem Weg zu sein. Die eigene Selbstständigkeit entwickelt sich ständig weiter. Ich finde es toll, dass du das Feuer in dir gefunden hast!
    Ganz liebe Grüße aus Bonn,
    Sonja

    1. Ariane Wietschke

      Liebe Sonja,

      vielen Dank für deine Worte von der anderen Rheinseite.

      Ich höre oft, dass Eltern einfach zu spät davon gehört haben.

      Wie schade. Ein Grund, warum ich die Baby- und Kleinkindgebärden in die Welt bringen möchte: Damit Eltern frühzeitig darüber nachdenken und sie nutzen.

      Sie sind so wertvoll <3.

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